Das Dropvital Schadstoff-Glossar erklärt wichtige Belastungen im Trinkwasser einfach und verständlich. Von PFAS, Nitrat und Pestiziden bis zu Mikroplastik, Medikamentenrückständen und Schwermetallen: Die kurzen Erklärungen zeigen, welche Stoffe im Wasser vorkommen können und warum eine gezielte Filtration sinnvoll sein kann.
Blei ist ein giftiges Schwermetall, das früher häufig in Wasserleitungen, Loten und Armaturen verwendet wurde. Es kann sich aus alten Installationen lösen und so ins Trinkwasser gelangen, besonders wenn das Wasser lange in den Leitungen steht. Blei reichert sich im Körper an und gilt als neurotoxisch. Besonders gefährdet sind Föten, Säuglinge und Kinder, da Blei die Gehirn- und Nervenentwicklung beeinträchtigen und den IQ senken kann. Auch bei Erwachsenen kann es Herz-Kreislauf-System, Nieren und Blutbildung schädigen. Aus Vorsorgegründen sollte Blei im Trinkwasser möglichst gegen Null gehen.
Mehr zum Thema TrinkwasserHormone im Trinkwasser sind meist winzige Spuren natürlicher oder synthetischer Botenstoffe, die aus Medikamenten, Verhütungsmitteln, Tierhaltung oder Industrie stammen. Sie gelangen über Abwasser, Gülle und Niederschläge in Oberflächengewässer und Grundwasser. Viele Kläranlagen können diese Mikroschadstoffe nur unvollständig entfernen. Im Fokus stehen vor allem hormonaktive Substanzen, die das endokrine System beeinflussen können, etwa östrogenähnliche Stoffe. Diskutiert werden Risiken wie Veränderungen der Fruchtbarkeit, Störungen der Entwicklung oder Effekte auf Schilddrüse und Stoffwechsel.
Mehr zum Thema TrinkwasserKupfer ist ein essenzielles Spurenelement und Bestandteil vieler Leitungsnetze, vor allem in Form von Kupferrohren. In geringen Mengen ist Kupfer für den menschlichen Körper wichtig, in zu hohen Konzentrationen kann es jedoch zu Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen und längerfristig zu Leber- oder Nierenschäden führen. Erhöhte Kupferwerte im Trinkwasser entstehen meist durch Korrosion von Kupferleitungen, insbesondere bei weichem oder saurem Wasser, neu installierten Rohren oder langem Stagnationswasser in der Leitung.
Mehr zum Thema TrinkwasserMedikamentenrückstände im Trinkwasser entstehen, wenn Wirkstoffe aus Human- und Tierarzneimitteln über Kot und Urin in die Kläranlage und von dort in Flüsse, Seen und Grundwasser gelangen. Viele Wirkstoffe werden im Körper nur teilweise abgebaut und lassen sich in winzigen Spuren im Trinkwasser nachweisen, etwa Schmerzmittel, Antibiotika, Blutdrucksenker oder Hormone. Kläranlagen sind auf solche Mikroschadstoffe oft nur begrenzt ausgelegt. Diskutiert werden Risiken wie Antibiotikaresistenzen, Auswirkungen auf das Hormonsystem oder Langzeiteffekte von Wirkstoff-Cocktails.
Mehr zum Thema TrinkwasserMikroplastik sind winzige Kunststoffpartikel, meist kleiner als 5 Millimeter, oft sogar im Mikro- oder Nanobereich. Sie entstehen als primäres Mikroplastik, zum Beispiel in Kosmetik, Reinigungsmitteln oder Industrie, oder als sekundäres Mikroplastik, wenn grössere Kunststoffteile durch UV-Licht, Reibung und Verwitterung zerfallen. Über Abwasser, Kläranlagen, Reifenabrieb, Textilfasern oder Littering gelangen die Partikel in Flüsse, Seen, Meere und ins Grundwasser. Im Trinkwasser sind sie für das Auge unsichtbar, aber messbar.
Mehr zum Thema TrinkwasserMikroverunreinigungen im Trinkwasser sind sehr kleine Rückstände moderner Alltags-, Landwirtschafts- und Industriechemikalien, die bereits in geringsten Konzentrationen messbar sein können. Dazu gehören unter anderem Pestizide, Medikamentenrückstände, Hormone, PFAS, Industriechemikalien, Reinigungsmittelrückstände und weitere Spurenstoffe. Sie gelangen meist über Abwasser, Kläranlagen, Landwirtschaft, Oberflächengewässer oder Grundwasser in den Wasserkreislauf. Viele dieser Stoffe sind schwer vollständig zu entfernen, weshalb sie aus Vorsorgegründen im Trinkwasser reduziert werden sollten.
Mehr zum Thema TrinkwasserNitrat ist ein wasserlösliches Salz der Salpetersäure, das natürlicherweise im Boden vorkommt und ein wichtiger Nährstoff für Pflanzen ist. Durch intensive Landwirtschaft, Düngemittel und Gülle gelangen jedoch grosse Mengen Nitrat ins Grund- und Trinkwasser. Erhöhte Nitratwerte gelten vor allem für Säuglinge als kritisch, weil Nitrat im Körper zu Nitrit umgewandelt werden kann, das den Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigt. Langfristig wird zudem eine mögliche Beteiligung an der Bildung krebserregender Nitrosamine diskutiert.
Mehr zum Thema TrinkwasserNitrit ist ein Zwischenprodukt im Stickstoffkreislauf und entsteht unter anderem, wenn Nitrat durch Bakterien umgewandelt wird. In Trinkwasser kann Nitrit aus belastetem Grundwasser, aus Korrosion in Leitungen oder aus Desinfektionsprozessen stammen. Nitrit ist deutlich giftiger als Nitrat: Es kann den roten Blutfarbstoff Hämoglobin in Methämoglobin umwandeln und so den Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigen. Besonders gefährdet sind Säuglinge. Zudem kann Nitrit mit bestimmten Eiweissbestandteilen zu Nitrosaminen reagieren, von denen einige als potenziell krebserregend gelten.
Mehr zum Thema TrinkwasserPestizide sind chemische oder biologische Wirkstoffe, die in der Landwirtschaft, im Gartenbau und in Kommunen zur Bekämpfung von Unkraut, Insekten, Pilzen oder Nagern eingesetzt werden. Dazu gehören unter anderem Herbizide, Insektizide und Fungizide. Ein Teil dieser Stoffe gelangt über Böden, Oberflächengewässer und Drainagen ins Grund- und Trinkwasser. Viele Pestizide sind sehr stabil, können sich anreichern und werden bereits in Spuren mit modernen Analyseverfahren nachgewiesen. Einige Wirkstoffe und Abbauprodukte stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein.
Mehr zum Thema TrinkwasserPFAS, per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, sind eine grosse Gruppe synthetischer Chemikalien, die Wasser, Fett und Schmutz abweisen. Sie werden seit Jahrzehnten zum Beispiel in Outdoor-Bekleidung, Pfannen, Löschschäumen, Papierbeschichtungen und Industrieprozessen eingesetzt. PFAS sind extrem stabil, bauen sich in der Umwelt kaum ab und werden deshalb auch Ewigkeitschemikalien genannt. Rückstände finden sich weltweit in Böden, Gewässern, Grund- und Trinkwasser. Studien bringen einzelne PFAS mit Gesundheitsrisiken wie Beeinflussung des Immunsystems, erhöhten Cholesterinwerten und einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten in Verbindung.
Mehr zum Thema TrinkwasserSchwermetalle sind Metalle mit hoher Dichte, von denen einige essenziell sind, zum Beispiel Kupfer oder Zink, andere aber bereits in geringen Mengen gesundheitsschädlich sein können, etwa Blei, Cadmium oder Quecksilber. Sie gelangen vor allem über natürliche Gesteinsschichten, Industrieeinträge, Korrosion von Leitungen und Armaturen oder alte Hausinstallationen ins Trinkwasser. Typische Folgen sind Metallgeschmack, Verfärbungen, Ablagerungen und je nach Metall langfristige Risiken für Nerven, Nieren, Leber, Herz-Kreislauf-System oder die kindliche Entwicklung.
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